Insolvenzordnung

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Autoren: Dr. Stefan Saager

 

Mit dem Inkrafttreten der Insolvenzordnung am 1. Januar 1999 begann die praktische Anwendung eines gänzlich neuen Gesetzeswerkes, dessen Vorarbeiten bis in das Jahr 1978 zurückreichen. Ziel der Neuregelung war es vor allem, den in der Vergangenheit durch Vorrechte weitgehend durchbrochenen Grundsatz der gleichen Befriedigung aller Gläubiger wiederherzustellen, die Masseanreicherung zu fördern und die Möglichkeiten der Sanierung – flexibel und auf den Einzelfall zugeschnitten – zu erweitern.

Zwar haben die Grundkonzeption der Insolvenzordnung und die durch sie geschaffenen teilweise völlig neuen Verfahrensarten inzwischen ihre Tauglichkeit bewiesen; jedoch sind eine Reihe von Regelungen aufgrund der in der Praxis gewonnenen Erfahrungen seit dem Inkrafttreten des Gesetzes mehrfach überarbeitet worden. Das betrifft nicht nur das Verbraucherinsolvenzverfahren, sondern zielt auch auf die Stärkung der Gläubigerautonomie und insbesondere die Erleichterung der Sanierung von Unternehmen. Nicht immer ist dabei der Versuchung, erneut Vorrechte einzuführen, konsequent widerstanden worden.

Für Kreditinstitute ist es wichtig, nicht nur die Konzeption der Insolvenzordnung, sondern vor allem auch stets den neuesten Stand ihrer Regelungen im Einzelnen zu kennen. Es ist niemals vorherzusehen, ob nicht derzeit intakte Kreditverhältnisse notleidend werden. Daher gilt es bei Kredit- und Sicherheitenverträgen sowie allen Maßnahmen in diesen Verhältnissen stets vorausschauend zu bedenken, ob und wie sie gestaltet werden müssen, um im Falle einer Insolvenz möglichst keine Rechte oder Sicherheiten zu verlieren. Auch ist es wichtig, bereits im Vorhinein zu wissen, welche rechtlichen Instrumente zur Verfügung stehen und gegebenenfalls ergriffen werden müssen, um die eigenen Belange wirksam vertreten zu können.

Ein Schwerpunkt der vorliegenden Neuauflage sind das Verbraucherinsolvenz- und das Restschuldbefreiungsverfahren. Die zum 1. Juli 2014 in Kraft getretene Reform wurde zum Anlass genommen, diesen beiden bisher nur kurz erläuterten Verfahren jeweils ein ausführliches Kapitel zu widmen. Mit der Aufnahme von zwei neuen Kapiteln ging eine Neustrukturierung der Publikation einher, die nun in fünf Teile, von einer allgemeinen Einleitung über die Erläuterung von Grundbegriffen des Insolvenzrechts, über die verschiedenen Verfahrensarten hin zum materiellen Insolvenzrecht und schließlich zur Insolvenzanfechtung, gegliedert ist.

Berlin, im Februar 2015

 

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